Zeiterfassung

Stundenzettel für Handwerker: Was reingehört und wie du ihn ohne Zettelchaos führst

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Stundenzettel für Handwerker: Was reingehört und wie du ihn ohne Zettelchaos führst

Ein sauberer Stundenzettel ist für Handwerker oft der Unterschied zwischen einer Rechnung, die der Kunde ohne Murren bezahlt, und einer langen Diskussion am Telefon. Trotzdem landet die Zeiterfassung bei vielen ganz unten auf der Liste. Abends im Transporter schnell noch ein paar Zahlen auf einen Zettel kritzeln, am Freitag versuchen zu rekonstruieren, wie lange der Termin am Dienstag eigentlich gedauert hat: Das kennt fast jeder.

Das Problem dabei ist nicht nur der Ärger. Wer Stunden aus dem Gedächtnis aufschreibt, schreibt fast immer zu wenig auf. Die zwanzig Minuten Materialfahrt, das kurze Gespräch mit dem Bauherrn, die Nacharbeit an der Silikonfuge: All das verschwindet. Schon eine fehlende halbe Stunde am Tag summiert sich im Monat auf viele Stunden, die du gearbeitet, aber nie berechnet hast.

In diesem Ratgeber erfährst du, was auf einen guten Stundenzettel gehört, welche Form (Papier, Excel oder App) zu dir passt, was es mit der Pflicht zur Arbeitszeiterfassung auf sich hat und welche typischen Fehler du vermeiden solltest.

Was gehört auf einen Stundenzettel für Handwerker?

Ein Stundenzettel muss nicht kompliziert sein. Er muss aber so eindeutig sein, dass du auch drei Monate später noch nachvollziehen kannst, wer wann wo was gemacht hat. Diese Angaben haben sich bewährt:

  • Datum des Arbeitstages
  • Name der Person, die gearbeitet hat
  • Kunde und Baustelle (Name und Adresse, damit es keine Verwechslung gibt)
  • Beginn und Ende der Arbeitszeit
  • Pausen (Dauer oder Beginn und Ende)
  • Ausgeführte Tätigkeit in kurzen Worten, zum Beispiel "Wände im Flur gespachtelt und grundiert"
  • Gesamtstunden pro Tag
  • Bei Bedarf: Fahrtzeit, verbrauchtes Material oder Besonderheiten

Gerade die Tätigkeitsbeschreibung wird oft weggelassen. Dabei ist sie das Wichtigste, wenn ein Kunde später fragt, warum der Elektriker an einem Tag acht Stunden im Haus war. "Arbeit" als Eintrag hilft dir dann nicht weiter. "Unterverteilung im Keller getauscht, drei Stromkreise neu aufgelegt, Prüfung durchgeführt" dagegen schon.

Getrennt nach Baustelle erfassen

Wenn du an einem Tag auf zwei Baustellen bist, gehören die Zeiten auch getrennt aufgeschrieben. Nur so kannst du später pro Auftrag sauber abrechnen und auch für dich selbst erkennen, ob ein Pauschalauftrag sich gelohnt hat. Ein Fliesenleger merkt so zum Beispiel schnell, ob kleine Bäder mehr Zeit fressen als kalkuliert.

Papier, Excel-Vorlage oder App: Was passt zu dir?

Es gibt nicht die eine richtige Lösung. Entscheidend ist, dass du den Stundenzettel tatsächlich jeden Tag ausfüllst. Jede Variante hat ihre Stärken und Schwächen.

Stundenzettel auf Papier

Der klassische Block im Handschuhfach ist schnell, braucht keinen Akku und jeder versteht ihn. Dafür geht er gern verloren, wird nass, ist schwer lesbar und muss am Monatsende abgetippt werden.

Stundenzettel als Excel-Vorlage

Eine Excel-Vorlage rechnet dir die Summen automatisch aus und lässt sich leicht weiterverarbeiten. Im Alltag hat sie aber einen großen Haken: Auf der Baustelle sitzt niemand am Laptop. Also wird doch wieder auf Papier notiert und abends übertragen. Das ist doppelte Arbeit und eine zusätzliche Fehlerquelle.

Stundenzettel per App

Eine App hast du immer dabei, weil das Handy sowieso in der Tasche steckt. Du startest einen Timer, wenn du anfängst, und stoppst ihn, wenn du gehst. Die Summen rechnet die App selbst. Wichtig ist, dass die App auch ohne Netz funktioniert, denn im Keller oder im Rohbau ist der Empfang oft schlecht.

Zeiterfassung pro Baustelle mit Timer, Pause und Wochenstunden in der BauTano App
Zeiterfassung pro Baustelle mit Timer, Pause und Wochenstunden

Gibt es eine Pflicht zur Arbeitszeiterfassung?

Hier lohnt sich ein genauer Blick, denn es kommt darauf an, ob du allein arbeitest oder Mitarbeiter beschäftigst.

Das Bundesarbeitsgericht hat mit Beschluss vom 13.09.2022 (Aktenzeichen 1 ABR 22/21) entschieden, dass Arbeitgeber in Deutschland verpflichtet sind, ein System einzuführen, mit dem die Arbeitszeit ihrer Arbeitnehmer erfasst werden kann. Das Gericht hat diese Pflicht aus dem Arbeitsschutzgesetz abgeleitet. Wie genau die Erfassung aussehen muss, ist bisher nicht abschließend gesetzlich geregelt. Ob die Zeiten auf Papier, in einer Tabelle oder digital erfasst werden, ist nach aktuellem Stand nicht fest vorgegeben. Eine Reform des Arbeitszeitgesetzes ist angekündigt. Wie die Regeln am Ende genau aussehen, ist noch offen, behalte das Thema also im Blick.

Für dich als Betriebsinhaber mit Angestellten heißt das: Du solltest die Arbeitszeiten deiner Leute erfassen und dafür eine verlässliche Lösung haben. In bestimmten Branchen, zu denen auch das Baugewerbe gehört, gibt es zusätzlich schon länger Aufzeichnungspflichten nach dem Mindestlohngesetz.

Als Solo-Selbstständiger ohne Mitarbeiter betrifft dich die Pflicht für deine eigene Arbeitszeit nicht. Trotzdem ist ein Stundenzettel für dich mindestens genauso wichtig, weil er die Grundlage für deine Abrechnung ist.

Wichtig: Das ist keine Rechtsberatung. Die Rechtslage kann sich ändern, etwa durch ein neues Gesetz zur Arbeitszeiterfassung. Im Zweifel frag deinen Steuerberater, deine Handwerkskammer oder einen Anwalt für Arbeitsrecht.

Typische Fehler beim Stundenzettel und wie du sie vermeidest

Die meisten Probleme entstehen nicht durch fehlendes Wissen, sondern durch fehlende Routine. Diese Fehler sehen wir besonders oft:

  1. Erst am Wochenende aufschreiben. Nach ein paar Tagen weiß niemand mehr genau, wann er wo war. Schreib die Zeit am besten sofort auf, spätestens am selben Abend.
  2. Keine Tätigkeit notieren. Nur Stunden ohne Beschreibung sind bei Rückfragen wertlos.
  3. Pausen vergessen oder pauschal abziehen. Das führt zu falschen Summen, entweder zu deinem oder zum Nachteil des Kunden.
  4. Kleine Zeiten weglassen. Materialeinkauf für die Baustelle, Abstimmung mit anderen Gewerken oder Aufräumen gehören dazu, wenn sie mit dem Kunden so vereinbart sind.
  5. Mehrere Baustellen auf einem Eintrag. Dann kannst du nicht mehr sauber pro Auftrag abrechnen.
  6. Zettel ohne Sicherung. Ein verlorener Block bedeutet eine verlorene Abrechnung. Auch digitale Daten brauchen ein Backup.

Stundenzettel vom Kunden abzeichnen lassen

Wenn du nach Stunden abrechnest, ist es sinnvoll, den Kunden die Zeiten regelmäßig bestätigen zu lassen. Bei Bauverträgen mit vereinbarter VOB/B gibt es dafür sogar konkrete Regeln. Wie du dabei vorgehst, erklären wir im Artikel Regiestunden abrechnen.

Stundenzettel als Teil einer schlanken Büroorganisation

Ein Stundenzettel ist die Grundlage für deine Rechnung, deine Nachkalkulation und manchmal deine Verteidigung, wenn ein Kunde eine Position anzweifelt. Je weniger Aufwand die Erfassung macht, desto zuverlässiger wird sie gemacht. Wer direkt auf der Baustelle per Timer erfasst, spart sich am Monatsende das Zusammensuchen. Mehr Ideen, wie du dir den Papierkram vom Hals hältst, findest du im Artikel Büroarbeit für Handwerker reduzieren. Speziell für einzelne Gewerke haben wir außerdem Seiten wie die Handwerker-App für Maler und die Handwerker-App für Elektriker.

Fazit: Der beste Stundenzettel ist der, den du wirklich führst

Ob Papier, Excel oder App: Entscheidend sind vollständige Angaben, das Aufschreiben am selben Tag und eine klare Trennung nach Baustelle. Wer Mitarbeiter hat, sollte sich außerdem mit der Pflicht zur Arbeitszeiterfassung beschäftigen. Wenn du den Zettelkram loswerden willst, probier die kostenlose App BauTano für iPhone und Android aus. Die Zeiterfassung ist dort unbegrenzt und sofort ohne Anmeldung nutzbar.

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Häufige Fragen

Muss ich als Solo-Selbstständiger einen Stundenzettel führen?

Für deine eigene Arbeitszeit gibt es als Selbstständiger ohne Mitarbeiter in der Regel keine Pflicht zur Arbeitszeiterfassung. Wenn du nach Stunden abrechnest, ist ein Stundenzettel aber praktisch unverzichtbar, weil er deine Rechnung belegt und Rückfragen von Kunden beantwortet.

Wie lange sollte ich Stundenzettel aufbewahren?

Das hängt davon ab, wofür du sie nutzt. Stundenzettel, die als Grundlage für Rechnungen oder Lohnabrechnungen dienen, können unter steuerliche oder arbeitsrechtliche Aufbewahrungsfristen fallen. Im Zweifel bewahrst du sie lieber länger auf. Die genaue Frist für deinen Fall klärst du am besten mit deinem Steuerberater.

Reicht eine Excel-Vorlage als Stundenzettel?

Grundsätzlich ja, solange die Angaben vollständig und nachvollziehbar sind. Im Alltag scheitert Excel aber oft daran, dass auf der Baustelle kein Laptop dabei ist und doppelt notiert wird.

Kann ich vergessene Zeiten nachträglich eintragen?

Ja, solange du ehrlich und möglichst zeitnah nachträgst. Notiere dazu am besten, was du in der Zeit gemacht hast. In einer App wie BauTano kannst du Einträge manuell nachtragen und mit einer Notiz versehen.